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(aus zeitgenössischen Quellen von 1939)

Bis etwa 1860 bot die kleine Kirchschullehnschule in Oberhermersdorf, die jetzige Pfarre, außer den Kindern von Oberhermersdorf sogar den Kindern von Niederhermersdorf und den beiden Lehrerfamilien genügend Platz. Der anhaltende Zugang von Einwohnern und damit auch von Kindern stellte die Gemeinde von Oberhermersdorf bald vor die Aufgabe, ein größeres Schulgebäude zu schaffen. Nachstehender Beschluß des Gemeinderates vom 6. Februar 1887 gibt Aufschluß über das zum Oberhermersdorfer Schulbau verwendete Grundstück. Es heißt dort:

"3. ... hatte die politische Gemeinde in Verbindung mit dem Schulvorstand ein Areal von Carl Gottfried Arnold für 9000 Mark gekauft. Das Areal hat circa 10 Scheffel (2 ha 77 a) inne und soll der erforderliche Teil zum Bau einer neuen Schule verwendet werden, während die Scheune verkauft und abgetragen, das Feld hingegen meistbietend verpachtet werden soll."

Herr Oberlehrer und Kantor a. D. Eduard Sachs brichtet, daß er mit seinem Berufskameraden Voigt am 15. August 1888 von der alten Schule Abschied genommen und nach feierlichem Umzuge unter Glockengeläute von dem neuerbauten Schulhause Besitz ergriffen habe. "Die Weiherede hielt Schulrat Saupe und das Weihegebet sprach mit dem üblichen Drum und Dran der Ortspfarrer Quell."

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Schule Oberhermersdorf um 1895

Eine kleine heitere Episode, die Herr Oberlehrer Sachs aus der Zeit des Bestehens des neuen Schulgebäudes berichtet, möchte dem Vergessenwerden entrissen sein. "Die Sprüche an den Schulgiebeln hat Schulrat Saupe gewählt. Am südlichen Giebel stand ursprünglich: Kindlein bleibet bei ihm. - Da das der Worte nur wenige und die dazu bestimmte Fläche zu groß war, fügte man später den Schluß hinzu: Und laßt Euch von niemand verführen. - Nun sah das "K" einem "R" ähnlich. Deshalb las man mit Lächeln: Rindlein... Diesem Unfug wurde durch Herausmeißeln des vermeintlichen "R" ein Ende gemacht und ein neues "K", daß der Familie K mehr Ehre machte, eingesetzt."

Mit dem Anwachsen der Schülerzahl mußte auch der Lehrkörper eine dauernde Vergrößerung erfahren. Ein öfterer Wechsel ist besonders unter den jüngeren Lehrkräften zu verzeichnen gewesen. 1888 wurde als 3. Lehrer der Hilfslehrer Aurich angestellt, der 1891 als ständiger Lehrer nach Pfaffenhain versetzt wurde. Infolge Schülerrückgangs wurde die Schule vorübergehend von einer 6-klassigen Volksschule in eine 4-klassige verwandelt. 1903 wurde sie wieder 6klassig.(...)

Der bereits angeführte Zuzug von Einwohnern bedingte auch eine Zunahme der Klassenzahl. Die anfangs 6-klassige Volksschule zählt gegenwärtig 9 Normalklassen und eine Hilfsschulklasse. Die Schülerzahl betrug am Anfang des Schuljahres 1939 345 Kinder und zwar 174 Knaben und 171 Mädchen.

Im Jahre 1937 wurden durch den Ausbau von drei Lehrerwohnungen drei neue Lehrzimmer gewonnen und ein viertes vergrößert. Dadurch wurde einer neuerlichen Raumnot abgeholfen. Aus gesundheitlichen Gründen wurden gleichzeitig die Abortanlagen umgebaut und und das Schulgebäude volllständig innen und außen erneuert. Die neugeschaffenen Schulzimmer erhielten neue zeitgemäße Schulmöbel. Die Kosten der Umbauarbeiten betrugen rund 14000 RM.

Eine weitere Verbesserung erfuhr die Hindenburgschule im Jahre 1938. Der Bildschmuck der Lehrzimmer wurde nach geschmackvollen, einheitlichen Gesichtspunkten umgestaltet. Desgleichen erhielt jedes Zimmer eine entsprechende Beschriftung. Auch im Flur wurden nach dem Grundsatz "Schönheit der Arbeit" weitere Verbesserungen vorgenommen. Im Kellergeschoß wurde ein Lehrschutzraum mit einer den neuesten Erfordernissen entsprechenden Ausrüstung eingebaut. Drei weitere Schulzimmer erhielten kürzlich neue Schulmöbel. Schließlich soll noch in diesem Jahre für den Flugmodellbau ein Arbeitsraum im Dachgeschoß der Schule ausgebaut werden.

In der Nacht vom 14. zum 15. Februar 1945 brennt der Dachstuhl der oberen Schule aus. Die Feuerwehr greift ein, bevor das Gebäude vollständig zerstört wird. So konnte das erhaltene Mauerwerk für den Wiederaufbau 1947/1948 genutzt werden. Auch die Turnhalle wurde beschädigt.

Im September 1948 findet mit einem Schulfest die Einweihung des wieder errichteten oberen Schulgebäudes statt. Erinnerungen und Fotos vom Schulfest finden Sie hier.

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Programm für das Adelsberger Schulfest am 18., 19., und 20. September 1948